Leitzins
Der Zinssatz, mit dem eine Zentralbank die Kreditkosten steuert; Zinsunterschiede zwischen Ländern sind ein wichtiger Treiber der Wechselkurse.
Der Leitzins ist der wichtigste Hebel, den eine Zentralbank bedient. Hebt sie ihn an, wird Kredit teurer, Sparen attraktiver und die Währung für internationales Kapital oft interessanter. Eine Senkung übt den umgekehrten Druck aus.
Für Währungen zählen weniger das absolute Niveau als der Vergleich und die Überraschung. Zahlen die USA höhere Zinsen als Japan, haben Anleger einen Grund, Dollar-Anlagen vorzuziehen, was USD/JPY tendenziell stützt. Und Märkte handeln Erwartungen: Eine Zinserhöhung, mit der alle gerechnet haben, ändert womöglich nichts, während ein Hinweis auf die nächste Sitzung ein Paar binnen Minuten um 50 Pips bewegen kann.
Verbreitetes Missverständnis: „Zinserhöhung heißt, die Währung steigt“ ist eine Tendenz, keine Regel. Kommt eine Erhöhung mit düsteren Prognosen oder fällt sie kleiner aus als erwartet, kann die Währung fallen.
Zinsentscheide gehören zu den volatilsten Momenten im Wirtschaftskalender, und viele kurzfristige Trader bleiben in den Minuten davor und danach einfach draußen. Zinsnachrichten wirken auf die Marktpaare von Sky Trade, nicht auf die OTC-Instrumente. Hintergrund in Was Wechselkurse bewegt.
Eine Zentralbank hebt den Zins wie erwartet um 0,25 Punkte an, und die Währung bewegt sich kaum. Dann signalisiert ihr Statement, dass keine weiteren Erhöhungen folgen, und die Währung fällt innerhalb einer Stunde um 60 Pips.